Warum der Música & Som Bericht kein Test ist & doch viel Klang bedeutet.
Dieser Artikel ist kein Test der Acoustic Energy AE100² Lautsprecher. Es ist eine Schilderung eines Nutzungsszenarios, das sinnvoll sein mag. Die Devise lautet: acoustic energy ae100² lautsprecher als Beispiel im Text.
Meine Freunde wissen, dass ich Anlagen gerne habe. Zudem begann meine HiFi-Reise in den 80er-Jahren. Ich würde mich nicht als Audiophilen im klassischen Sinn bezeichnen. Ich mag es, ein gutes System zu besitzen. Zudem habe ich nie Unsummen für High-End ausgegeben.
Zudem neige ich dazu, Geräte viele Jahre lang zu behalten. Allerdings tausche ich irgendwann mehrere Komponenten auf einmal aus. Das letzte Mal liegt über 15 Jahre zurück. Vor 48 Stunden bestand mein System aus mehreren Komponenten. Dazu gehörten der Denon DP59L Plattenspieler, der Ortofon 2M Blue Tonabnehmer, der Cambridge Audio Azur 650BD Universalplayer, die Rotel Vor-/Endstufen-Kombination aus der 06er-Serie (RC-06 und RB-06), der Pro-Ject Audio Phono Box Phono-Vorverstärker und ein Paar Jamo Concert 8 Lautsprecher (auch bekannt als D830). Der Plattenspieler ist das älteste Stück – das einzige Überbleibsel aus den 80ern, wenn auch mit modernem Tonabnehmer. Die Rotel-Kombi gehört auch schon ewig zum Inventar (von der Marke längst abgekündigt). Nur der Defekt der integrierten Phono-Sektion brachte mich dazu, die Phono Box dazwischenzuschalten. Zwischenzeitlich war auch mal ein Tascam CD-RW900SL CD-Recorder Teil des Systems – bis dessen Laufwerk den Geist aufgab. Die Lautsprecher – 1997 mit dem EISA-Preis für „beste Lautsprecher“ ausgezeichnet – habe ich erst später günstig beim portugiesischen Vertrieb gekauft, der noch ein letztes, verschollenes Paar im Lager fand, Jahre nach Einstellung des Modells. Und ja, das war noch die Zeit, als „Made in Denmark“ draufstand!
Ein Raum, ein System
Rein von den Komponenten her ist das kein schlechtes System. Es ist eher bescheiden, aber ausgewogen. Damals waren einige Bausteine teuer, zum Beispiel der Plattenspieler. Andere Bausteine waren Schnäppchen. Sie hätten aber noch Geld gekostet, zum Beispiel die Lautsprecher. Natürlich hängt alles davon ab, was ich persönlich für HiFi ausgeben will.
Das Problem ist, dass Systeme nicht im luftleeren Raum existieren. Sie müssen in einem konkreten Zimmer spielen, und die Bedingungen sind nicht immer ideal. So auch bei mir: Das größte Kompromissfeld sind die Lautsprecher.
Früher standen sie auf ordentlichen Ständern. Seit einer Wohnzimmerrenovierung stehen sie oben auf einem Regal vom IKEA. Darin steckt auch die Elektronik. Das ist nicht nur statisch ungünstig, sondern auch zu niedrig in Relation zur Hörposition. Gute zwanzig Zentimeter höher müssten sie eigentlich stehen. Aber, wie man so sagt: Es ist eben, wie es ist.
Was sich kürzlich änderte
Die Veränderung zwang mich zum Abschied von meinen geliebten Jamo. Der Fernseher wechselte: 75“ Samsung wich einem 85“ TCL (Testbericht folgt). Das Display hängt an der Wand hinter den Lautsprechern. Doch mit dem größeren Bildschirn standen die Boxen vor dem TV.
Die Lösung berücksichtigte häusliche Logistik (inklusive WAF). Sie bestand darin, die Jamo gegen kleinere Lautsprecher auszutauschen. Gesucht war etwas mit maximal 30 cm Höhe, deutlich kompakter als die Jamo.
Lautsprecher nach Maß?
Ja, genau: mein Hauptkriterium war schlicht die Größe. Zusätzlich muss ein Lautsprecher nicht groß sein, um Qualität zu bieten. Die Physik kennt keine Gnade. Außerdem haben kleine Boxen naturgemäß Grenzen – kleinere Treiber, geringeres Gehäusevolumen, eingeschränkter Tiefgang. Doch nicht alles hängt an den Maßen. Daher liegt es am Hersteller, Materialien, Bauteile und clevere Lösungen die Limits bestmöglich zu kompensieren. So landete meine engere Wahl schließlich bei den Acoustic Energy AE100². Über Exaudio, den portugiesischen Vertrieb, ließ ich mir die Verfügbarkeit bestätigen. Dann nahm ich sie gestern mit nach Hause. Nicht ohne Bauchgrummeln. Denn klar: Ich rechnete mit klanglichen Einbußen. Schließlich ersetzte ich Lautsprecher, die einst über 1000 € kosteten. Inflationsbereinigt liegen sie heute bei etwa 1800 €, doch das Paar kostete nur 349 €. Gleichzeitig hoffte ich, dass 30 Jahre technischer Fortschritt den Unterschied doch etwas abfedern könnten.
Mehr fürs Geld
Doch auf das, was dann passierte, war ich nicht vorbereitet.
Am Vorabend hatte ich noch einmal meine Lieblingsplatten mit den Jamo gehört – eine Art Abschied.
Am nächsten Tag installierte ich die Acoustic Energy.
Übrigens sagte sie: „Was für unscheinbare Lautsprecher!“
Glücklicherweise blieb die „Unscheinbarkeit“ auf die Optik beschränkt.
Schon der erste Track – Come On Home vom Everything But The Girl-Album Baby, The Stars Shine Bright – zeigte die Überraschung.
Neun Sekunden nach dem Streichersatz setzt die Rhythmusgruppe ein.
Der Moment der Wahrheit: Gibt’s echte Bässe oder nur Andeutungen?
Und siehe da: nicht nur echter Tiefgang, sondern präziser und sauberer definiert als bei den Jamo.
Wohlgemerkt, in derselben ungünstigen Aufstellung.
Auch die Bühne war klarer umrissen.
Die Stimme von Tracey Thorn stand kristallklar im Raum.
Ein weiteres Beispiel: Peel Me A Grape von Diana Krall (Love Scenes).
Wenige Instrumente, intime Stimmung – die AE100² lieferten ein klares, differenziertes Klangbild.
Mit sauberer Staffelung, realistischer Basspräsenz und einer Stimme, die direkt im Raum stand.
Vintage vs. Moderne
Allerdings erspare ich euch weitere Beispiele – entscheidend ist: In keinem Fall schnitten die Jamo besser ab. Im Gegenteil: Die 349 € teuren Acoustic Energy wirkten in jeder Hinsicht überlegen. Und zwar nicht relativ zum Preis, sondern absolut.
Ich hatte gehofft, dass 30 Jahre Entwicklung einiges wettmachen. Allerdings hätte der Unterschied so eindeutig ausfallen würde, hätte ich nie gedacht.
Darüber hinaus zeigt es: Die oft romantisierte Vorstellung, „Vintage sei immer besser“, blendet leicht aus, dass moderne Technologie vieles entscheidend verbessert hat. Das soll nicht heißen, dass Vintage schlecht ist – es gibt großartige Klassiker, die heute noch Maßstäbe setzen. Aber eben nicht immer. Auch nicht, wenn man ein dänisches Mittelklassemodell mit einem chinesischen Einsteigermodell vergleicht.
Schlussgedanke
Warum dies kein „richtiger Test“ der AE100² ist? Weil der Vergleich nur in meinem persönlichen Setup und unter nicht idealen Bedingungen stattfand.
Darüber hinaus hätte eine neutrale, professionellere Umgebung vielleicht zu differenzierteren Ergebnissen geführt.
Außerdem sei eines klar: Hört euch die AE100² an. Daher wette ich, dass ihr genauso positiv überrascht seid wie ich. Und feststellen, dass es nicht viel Geld braucht, um richtig guten Klang zu bekommen.
Zum komplette Test (hier klicken!)
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